Idioticon Hamburgense

Seit 1. Januar 1999 gilt in Deutschland die „Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“[1]. In Hamburg wird das Niederdeutsche als eigenständige Sprache durch Teil II (Artikel 7) und Teil III (Artikel 8–14) geschützt. Das Niederdeutsche – oder auch Plattdeutsche – gilt somit als eigenständige Sprache. Eine besondere Quelle gelebter Sprache für Hamburg ist das 1755 erschienene Wörterbuch Idioticon Hamburgense.

Das “Idioticon Hamburgense” des Professors für Klassische Philologie und Muttersprachlers des Hamburger Platt, Michael Richey (1678-1761), dürfte ohne Einschränkung als eines der besten Wörterbücher aller Zeiten bezeichnet werden. In Sonderheit enthält es neben deutschen, lateinischen und altgriechischen Bedeutungsangaben eine große Zahl detaillierter Sacherklärungen, d.h. es ist nicht nur metasemiotisch, sondern auch ontisch von größtem Interesse.”[2] Wenn das mal kein Grund ist, um sich intensiver mit diesem Werk zu befassen.
Woher also nehmen, wenn das “Idioticon Hamburgense” gerade nicht im eigenen Bücherregal steht?

Das ZVAB [3] bietet den Kauf von Originalauflagen an, Kostenpunkt ab aktuell 185 €. Reprints sind deutich günstiger und liegen gebraucht bei ca. 40 €. Noch günstiger wird’s durch das Projekt Europeana [4]. Dort ist das besondere Wörterbuch, dessen vollständiger Titel “Idioticon Hamburgense oder Wörter-Buch zur Erklärung der eigenen, in und um Hamburg gebräuchlichen Nieder-Sächsischen Mund-Art.” lautet, durch die Bayerische Staatsbibliothek in ausgezeichneter Qualität digitalisiert worden und kann auch heruntergeladen werden, wenn man bereit ist, die Nutzungsbedingungen zu akzeptieren: “You can, without permission, copy, modify, distribute, display, or perform the digital object, for non-commercial uses.” Kein Problem also. Darüber hinaus hat auch Google ein Digitalisat im Angebot.

Hier auf hamborger.de picke ich die niederdeutschen Spruchweisheiten und Redensarten heraus, wobei ich die “alte Rechtschreibung” (wurde erst 1901 normiert!) wie im Original belasse. Interessant, was damals “in” war.

[1] Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen: https://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/090000168007c089
[2] [Prof. Dr. Alfred Toth, am 15.10.2014, ([http://www.mathematical-semiotics.com/pdf/Zur Ontik von Hamburger Bauwerken aus dem 17., 18. Jahrhundert.pdf; aufgerufen am 2015-08-06, bei aktueller Veröffentlichung nicht mehr verfügbar)]
[3] [http://www.zvab.com/]
[4] [http://www.europeana.eu/portal/]