Quittegelb und lecker

Quitten auf einem roten Tablet

Wann, wenn nicht jetzt? Jetzt ist Quittenzeit! Zum Ende der Gartensaison des Jahres, gibt es noch einmal einen Leckerbissen. Quittegelb und fest müssen sie sein. Und ja: Sie sperren sich bei der Verarbeitung. Es braucht einiges an Kraft, um Quitten zu zerteilen. Weiter unten finden Sie eine Möglichkeit, wie Sie Quitten zubereiten können.

Die Quitte scheint schon seit 4000 Jahren in Kultur, stammt wohl aus Babylonien. Namensgeberin jedoch soll die griechische Stadt Kydonia sein. Aphrodite, Liebesgöttin der Griechen, wird mit den Quitten in Verbindung gebracht und von daher stehen die Quitten als Symbol für Fruchtbarkeit, Liebe und Glück. In besonderen Situationen stellen die Herren der Schöpfung Quitten in ihre Zimmer. Wie auch immer: Die Römer brachten dann das Kernobst auch zu uns und nach Portugal. Das Portugiesische “marmelo” – für Marmelade – basiert auf Quitten, Quittenmarmelade.

Einzelfrucht am Baum
Quitte am Baum

Hierzulande scheint sie allerdings etwas aus der Mode zu sein, zumal sie keine Tafelfrucht ist, die mensch einfach so wegknuspern könnte. Nein, es bedarf einigen Aufwandes, um Quitten genießen zu können. Aber wer dazu bereit ist, bekommt ein äußerst fruchtiges Ergebnis – eine Geschmacksexplosion.
Über Inhaltsstoffe können Sie sich hier informieren: [https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/F140000/Quitte]. Die gute Nachricht: 23 kcal/100 g sind in der Quitte unverarbeitet enthalten.

Zutaten:

  • Quitten: quittegelb und fest müssen sie sein, möglichst wenig oder gar kein Flaum (Reifezeichen: wenn reif, dann kein Flaum mehr),
  • Apfelsaft (natürtrüb), so dass die Quittenstückchen im Topf schwimmen können,
  • Gelierzucker 1:3,
  • Zimtstange,
  • Anisstern,
  • Bourbon-Vanille,
  • Orangenschale (gerieben),
  • Zitrone,

Werkzeuge:

  • stabiles (!), scharfes, größeres Messer zum Zerkleinern,
  • kleines, ebenso stabiles und scharfes Messer zum Ausschneiden der schwarzen Stellen,
  • Schneidbrett (Vorsicht: Quitten färben!).

Das ist zu tun:

Quitten gründlich waschen, insbesondere der Flaum – wenn noch vorhanden – muss vollständig runter: Die Bitterstoffe gehen sonst auf das Mus über. Auf das Schälen der Quitten kann je nach Qualität verzichtet werden. Doch sollten Sie schwarze Stellen herausschneidendie zwar nicht gustatorisch, sondern nur visuell stören.
Mit dem stabilen Messer die sehr festen Quitten vierteln und das Kerngehäuse vollständig entfernen. Die Quitten fein schneiden. Weil Quitten an der Luft arg schnell oxidieren, werden diese bis zur Weiterverarbeitung in Zitronenwasser gelagert.
Zwischenzeitlich den Apfelsaft im Topf erwärmen. Im Apfelsaft werden die Quittenstücke ca. 15 Minuten gekocht, bis sie weich sind. Den Apfelsaft abgießen. Später genießen. Die Quitten zerkleinern, musen oder stampfen bis der gewünschte Feinheitsgrad erreicht ist. Entsprechend der Quittenmasse Gelierzucker sowie die anderen Zutaten (Anisstern, Zimstange, Orangenschale, Vanille) hinzugeben.
Lassen Sie die Masse weitere 4 – 5 min unter ständigem (!) Rühren einköcheln. Nach erfolgreicher Gelierprobe in Gläser abfüllen und fest verschließen.

Der gesamte Zeitaufwand beträgt etwa eine Stunde.

Verwendung:

  • Brotaufstrich
  • Teigfüllung für verschiedenste Gebäcke
  • zu Milchreis, Griesbrei etc.
  • zum Naschen

Und sonst?

Auch andere Kombinationen mit Quitten sind denkbar, z. B. mit Möhren oder auch Steckrüben. In jedem Fall: lecker fruchtig.