Es geht auch anders!

moodle+bbb#threema

In BaWü für alle Schulen zentral Moodle, BigBlueButton & threema

Stuttgart/Hamburg. Die Corona-Pandemie traf alle Bundesländer mehr oder weniger gleichzeitig. Schulen wurden geschlossen. Von einem Tag auf den anderen sollten die Schulen von Präsenzunterricht auf Distanzunterricht umschwenken. Kolleginnen und Kollegen aller Schulstufen stürzten sich mit Engagement in die neuen Aufgaben, versorgten ihre Schülerinnen und Schüler mit Lernmaterialien und Aufgaben auf den verschiedensten Wegen. Mit jedem Tag mehr im Fernunterricht fallen die Versäumnisse der Kultusministerien ins Auge. So fehlt es oftmals an einer datenschutzfreundlichen Infrastruktur für das digitale Lernen und Lehren. Stattdessen wälzt man diese Aufgabe auf die Schulen ab und macht insbesondere die Schulleitungen dafür verantwortlich. Natürlich passieren dabei Fehler. Natürlich werden Tools verwendet, die verfügbar sind und funktionieren. Noch eine lange Diskussion über FOSS vs. Kommerzielle Software führen?

Lehrer/-innen sind für gewöhnlich keine IT-Spezialist/-innen. Es ist in Firmen selbstverständlich, eine eigene IT-Abteilung zu haben. Schulen kümmern sich bitte im Wesentlichen selbst. Es kann aber nicht Aufgabe einer jeder Schule sein, sich selbst irgendeine Lösung zusammenzufrickeln. Hier sind die Kultusministerien in der Verantwortung. Dieser kommen sie im unterschiedlichen Maße nach. Interessant dürfte die Frage sein, wie Behörden zukünftig mit Verstößen gegen den Datenschutz umgehen werden. Es ist unverantwortlich, zunächst alle Wege der Kommunikation zuzulassen, die KuK Arbeit in diese Tools investieren zu lassen und am Ende (unter Umständen) alles wieder zu kassieren. Nebenbei führen KuK gerade Prüfungen wie das Abitur, ESA und MSA durch. Gestalten Fernunterricht genauso wie Präsenzunterricht, korrigieren sich einen Wolf und und und…

Baden-Württemberg handelt nun: Für alle Schulen werden Moodle, BigBlueButton und threema zur Verfügung gestellt: https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/lfdi-gute-entscheidung-fuer-threema-schulen-brauchen-mehr-orientierung/

Das ist Führung und Haltung in der Zeit der Corona-Pandemie.

„Schülerinnen und Schüler dürfen auch in Ausnahmesituationen wie der jetzigen nicht datenschutzwidrigen und gefährdenden digitalen Hilfsmitteln ausgesetzt werden“, mahnt daher der LfDI Baden-Württemberg Dr. Stefan BRINK.

Weiter in der Presseerklärung ist hinsichtlich threema zu lesen: „Mit diesem Schritt wird demonstriert, dass es einen Kompromiss zwischen der kurzfristigen Bereitstellung digitaler Lösungen in Krisenzeiten und dem Schutz der Daten aller Beteiligten gibt.“

Und es wird immer besser: „Wenn man möchte, kann man den marktbeherrschenden US-Anbietern bessere europäische Lösungen entgegensetzen. Deren Vorteil besteht gerade darin, dass sie unsere Werte wie den Datenschutz aktiv unterstützen.“

Diesen Absatz nehmen wir auch noch mit: “Gerade die Schulen sind in dieser Situation auf Anleitung und Unterstützung angewiesen und müssen bei der schwierigen Frage nach datenschutzkonformen Diensten noch besser unterstützt werden. „Vor Ort besteht erhebliche Unsicherheit, was geht und was nicht. Die Schulen sind mit dieser Aufgabe häufig überfordert, ‚Experimentierfreude‘ kann den fachkundigen Umgang mit neuen Kommunikationsmitteln nicht ersetzen“, mahnt LfDI Brink, dessen Behörde sich mit einer Vielzahl von Anfragen von Schulen und Lehrer*innen konfrontiert sieht.”

https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/lfdi-gute-entscheidung-fuer-threema-schulen-brauchen-mehr-orientierung/

Vielleicht war das Zoom-Bombing mit pornographischem Material während einer Fernunterrichtsstunde ein Stein des Nachdenkens und Handelns oder eben auch der berühmte Tropfen, der ein Fass zum Überlaufen bringt: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/online-schulstunde-zoom-gehackt-gymnasium-freiburg-100.html

Ich wünschte mir, auch die Hamburgische BSB stellte allen Schulen eine solche Infrastruktur zur Verfügung. Jetzt. Und nicht erst in Jahren. Funktionsfähig vom ersten Tag und nicht mit wechselnder Verfügbarkeit wie EduPort.